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5 Kriterien für die Auswahl der richtigen Firma für eine Unternehmensnachfolge

Schnellcheck für die Prüfung eines Zielunternehmens

Zugegeben: es ist schon schwer genug, eine geeignete Firma für eine Unternehmensnachfolge aus der gewünschten Branche und Region zum passenden Zeitpunkt zu finden. Aber selbst wenn ein augenscheinlich passender Kandidat gefunden ist, gilt es eine Reihe von Kriterien schnell zu prüfen, um kostspielige Fehler zu vermeiden und keine Zeit mit ungeeigneten Kaufkandidaten zu verschwenden. Ich habe nachfolgend 5 Kriterien skizziert, die jeder MBI-Kandidat schnell prüfen kann.

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Unternehmensnachfolge ist eine Chance für Existenzgründer

Die Unternehmensnachfolge ist eine Chance für Existenzgründer und einer von vielen Wegen in die Selbständigkeit. So ist der Unternehmenskauf im Rahmen einer Unternehmensnachfolge eine attraktive Möglichkeit, ein bereits gut positioniertes Unternehmens zu übernehmen bzw. sich an einem solchen zu beteiligen. Vor allem langjährig erfahrene Führungskräfte nutzen zunehmend diese Möglichkeit, um den Traum vom eigenen Unternehmen zu realisieren. Karl Rehfuß, Experte für Unternehmensnachfolgen in Stuttgart gibt im nachfolgenden Interview wesentliche Hinweise für Nachfolger und vergleicht Chancen und Risiken von Unternehmensnachfolgen und Existenzgründungen.

Ist die Unternehmensnachfolge in einem bestehendem Markt eine Chance für Existenzgründer?

Eine Unternehmensgründung gestaltet sich im Vergleich zur Unternehmensnachfolge deutlich schwieriger, da ein Existenzgründer oftmals auf keine gewachsenen Kundenbeziehungen zurückgreifen kann. Zudem benötigt der Jungunternehmer Zeit und ausreichend finanzielle Mittel, um die Produkte oder Dienstleistungen am Markt erfolgreich und nachhaltig zu positionieren.

Grundvoraussetzung dafür ist neben dem klar erarbeiteten Geschäftsmodell ein belastbarer Businessplan inklusive einer schlüssigen Vertriebs- und Wachstumsstrategie.

Auch sollte der Gründer mögliche Verzögerungen in der Anlaufphase berücksichtigen, sowie eventuelle Ausfälle einzelner Produkte oder Dienstleistungen einplanen. Dies betrifft Gründungen mit marktverändernden innovativen Geschäftsmodellen ebenso wie Neustarts traditioneller Produkte und Dienstleistungen.

Nachfolger profitieren also von etablierten Geschäftsmodellen und belastbaren Kundenbeziehungen eines Unternehmens.

Eine Unternehmensnachfolge ist oft deutlich einfacher, da das zur Übergabe anstehende Unternehmen in der Regel über belastbare Kundenbeziehungen und eingespielte Prozesse und Strukturen verfügt. Somit kann eine Unternehmensnachfolge eine Chance für Existenzgründer sein.

Ein Unternehmensnachfolger sollte auf jeden Fall die Nachfolgefähigkeit einer Firma überprüfen. Hierbei ist zunächst die Frage zu beantworten, ob das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet und somit das Eigenkapital dem wirtschaftlichen Risiko angemessen verzinst. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob sich der aktuelle Inhaber einen marktgerechten Unternehmerlohn auszahlt.

Die Zukunftsfähigkeit des aktuellen Produkt- und Leistungsangebotes sowie die Abhängigkeit der bestehenden Kunden- und Lieferantenbeziehungen von der Person des aktuellen Firmeninhabers sind weitere wichtige zu beantwortende Fragen.

Im direkten Vergleich zwischen Neugründung und Unternehmensnachfolge ist festzustellen, dass die große unternehmerische Freiheit einer Neugründung oft mit einem vergleichsweise hohen Marktrisiko einhergeht. Die hohe Zahl von sehr früh gescheiterten Neugründungen verdeutlicht deren längere Anlaufzeit und das höhere unternehmerische Risiko.

Bei einer Unternehmensnachfolge sollte das Augenmerk des Unternehmers vor allem auf der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells sowie den Prozessen und Strukturen liegen. Die Umsetzung von Veränderungsprozessen kann manchmal sehr aufwendig und zeitintensiv sein.

Warum sollte ein Nachfolger als auch Existenzgründer einen besonderen Fokus auf den Businessplan und sein Finanzierungskonzept legen?

Sowohl Existenzgründer als auch Nachfolger sollten dem Businessplan und dem daraus resultierenden Finanzierungskonzept besondere Aufmerksamkeit widmen. Gut vorbereitet beantworten diese alle Fragen der Geldgeber schlüssig. Aufgrund der Unternehmenshistorie zeigen sich Banken einer Unternehmensnachfolge in Finanzierungsgesprächen oftmals offener als gegenüber einer Existenzgründung.

Das Finanzierungskonzept von Unternehmensnachfolgen sollte neben dem zu zahlenden Kaufpreis vor allem den laufenden Kapitalbedarf des Unternehmens sowie den Kapitalbedarf für notwendige Ersatz- und Neuinvestitionen abdecken. Hierbei empfehlen sich eine konservative Berechnung von Umsatzpotentialen und die Berücksichtigung von Reserven auf der Kostenseite.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Finanzierung aus Eigenmitteln des Nachfolgers, nachrangigen Darlehen des bisherigen Unternehmens (Verkäuferdarlehen) und einer Bankfinanzierung kombiniert mit Fördermitteln des Bundes und der Länder zu realisieren. Der Einsatz der jeweiligen Finanzierungslösungen muss für jede Unternehmensnachfolge individuell betrachtet werden.

Wie kann ein Berater bei einer Unternehmensnachfolge helfen?

Die Einbeziehung eines Beraters kann eine Unternehmensnachfolge positiv unterstützen. Über dessen Netzwerke können Unternehmensgesuche in sehr kurzer Zeit einer großen Anzahl potentieller Gesprächspartner vorgestellt werden. Diese hohe Anzahl von Kontakten erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Unternehmenssuche. Eine sinnvolle Steuerung des Transaktionsprozesses, die Begleitung von Finanzierungsgesprächen und eine zielorientierte, auch die emotionalen Faktoren beachtende, Verhandlungsmoderation sind weitere Vorteile einer Begleitung durch einen transaktionserfahrenen Berater.

Was dürfen Existenzgründer und Unternehmensnachfolger auf keinen Fall vergessen?

Ganz wesentlich für beide Arten von Unternehmern ist die Notfallvorsorge. Jeder Unternehmer sollte für den unerwarteten Fall des Falles vorgesorgt haben. Dies gilt sowohl für die persönlichen als auch den geschäftlichen Bereich. Ein ordentlich gepackter Notfallkoffer ist hier jedem Unternehmer anzuraten. Sonst droht schnell die Insolvenz. (Quelle: http://unternehmensnachfolge-news.de/category/unternehmensnachfolge/)

Ringen um Fördermittel lohnt sich

Um die hohen Ausgaben, etwa für Forschung und Entwicklung (F&E), aufzubringen, ist der deutsche Mittelstand stark auf Fördermittel angewiesen. Nahezu alle im Auftrag von PwC befragten Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren Fördermittel für F&E beantragt.

Knapp drei Viertel haben sogar fünf oder mehr Anträge gestellt. Jedoch: „Unternehmen müssen häufig noch viel zu lange auf die Bewilligung ihrer Förderanträge warten“, mahnt der Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC, Peter Bartels. Die daraus resultierende fehlende Planungssicherheit sei „ein großes Innovationshemmnis für viele Unternehmen, die solche Vorhaben teuer vorfinanzieren müssen“.

Erfreulich allerdings: In den allermeisten Fällen lohnt sich der hohe Aufwand für den Bewerbungsprozess. Nahezu alle befragten Firmen gaben an, der hohe Zeit- und Ressourceneinsatz für die Fördermittelanträge habe sich „zumindest teilweise rentiert“. Knapp die Hälfte berichtet, zwischen 50 und 75 Prozent ihrer Fördermittelanträge seien bewilligt worden. Auch finanziell waren die meisten Unternehmen bei ihren Anträgen erstaunlich erfolgreich:

Bekamen Sie Fördergelder in beantragter Höhe?

1 % Nie, immer niedriger.

19 % Eher selten, meistens niedriger.

65 % Meistens.

15 % Immer.

Quelle: http://creditreform-magazin.de/2015/05/31/

Bis 2017 rund 600.000 Nachfolger gesucht

Fotolia Nachfolgepläne creditreformGut ein Drittel der Inhaber mittelständischer Firmen ist 55 Jahre oder älter, meldet KfW Research – damit planen bis 2017 die Chefs von rund 580.000 mittelständischen Firmen die Übergabe oder den Verkauf an einen Junior. Das ist jeder sechste Mittelständler in Deutschland.

Vier Millionen Arbeitsplätze hängen vom Gelingen dieser Unternehmensnachfolgen ab. Ernster noch: „Der demografische Wandel wird die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands mittelfristig stark beeinflussen – denn er bremst sowohl Investitionen als auch Innovationen“, warnt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner, der seine Kommentare auch als Mittelstandsbotschafter des Creditreform-Magazins veröffentlicht. In puncto Nachfolgeplanungen sieht die KfW derzeit „eine leichte Präferenz für familieninterne Lösungen“.

„Immer mehr ältere Unternehmer“, vermeldet auch unser Mittelstandsbotschafter Prof. Michael Hüther vom IW Köln. Den Beitrag finden Sie hier.

Quelle: http://creditreform-magazin.de/2015/05/30/